In dieser Serie stellen wir euch unsere poweryoga Lehrer ein bisschen näher vor und lüften das eine oder andere Geheimnis 😉 Wie sind sie zu Yoga gekommen, wie geht es ihnen mit ihrer Disziplin und was ist für sie der Unterschied zwischen persönlicher Yogapraxis und Yoga-Unterricht?

Diesmal stellt sich giulia tamiazzo unseren fragen. Viel Spaß dabei! :)

 

guiliawie war deine erste yogastunde ? was hast du dir gedacht, wie hast du dich gefühlt?

Meine erste Stunde war die Hölle! Es war eine Bikram-Stunde in einem kleinen Studio in London. In meiner WG ums Eck hatten wir Probleme mit der Heizung, daher war ich tief gekühlt. Um mich aufzuheizen, bin ich zum Yoga nebenan gegangen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es so anstrengend wird. Mir hat alles weh getan, die Matte war rutschig, mein Kreislauf war im Eimer. Danach war ich aber so was von stolz, dass ich die Stunde über die Bühne gebracht habe, ohne mir was zu brechen. Der Ehrgeiz hat mich dann gepackt und so hat es begonnen. Habe mir damals versprochen, mehr auf mich zu schauen. Das habe ich eingehalten.

was hat dich bewogen weiterzumachen?

Ich hatte ein Studio gefunden, wo ich mich sehr wohl gefühlt habe, mit sehr netten Leuten und Lehrerinnen. Die Community gab mir das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, das war mir sehr wichtig. Mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass ich dank Yoga mit Stress viel besser umgehen konnte und meinem Rücken ging es besser.

du machst ja nun ja schon gute 10 jahre regelmäßig yoga - was hat sich verändert in der zeit? hat yoga auch einen einfluss auf deinen alltag? wenn ja, inwiefern?

Yoga beeinflusst meinen ganzen Tagesablauf, wie ich Dinge angehe, die Welt sehe oder mit Menschen umgehe. Meine Yoga-Praxis hat sich sehr verändert und somit auch die Art und Weise wie und was ich unterrichte. Heutzutage kann mir Stress kaum was anhaben. Und ich schaue viel besser auf mich.

Als tipp für unsere yogis: wie stelltst du es an , wirklich so regelmäßig zu üben? viele würden ja gern öfter yogen, kämpfen aber mit dem zeitmanagement…

Man muss ja nicht lang üben, manchmal reichen 10 Minuten. Was sind schon 10 Minuten pro Tag, die man sich selbst schenkt - im Vergleich zum Rest des Tages, an dem man für andere da ist.

mittlerweile bist du ja auch schon selber yogalehrerin und hältst regelmäßig stunden- wo laufen da die eigene praxis und das selber unterrichten für die zusammen? gibt es schnittpunkte oder siehst das als 2 komplett getrennte bereiche?

Was die körperlich Praxis angeht, gehe ich sehr gerne zu anderen Lehrer_innen, da ich gerne angeleitet werde und so am besten abschalten kann. Dagegen meditiere ich regelmäßig zu Hause alleine. Wenn ich unterrichte, praktiziere ich nicht mit, weil ich mich so besser auf die Schüler_innen konzentrieren kann. In meine Stunden fließen immer neue Aspekte ein, die ich in meiner Praxis kennen gelernt habe.

was ist deine kernbotschaft an deine schülerInnen? mit was sollen sie jedenfalls am ende der stunde hinausgehen?

Yoga ist ein Selbsterfahrungstrip. Man lernt sich selbst kennen, identifiziert und löst Gedankenmuster, die einem im Alltag hinderlich sein können. Man findet Ruhe und ein schwer beschreibbares Glücksgefühl.

und abschließend: wenn du yoga für dich beschreiben würdest - was wären die 6 worte die für dich zutreffend wären?

Innere Ruhe, Selbstakzeptanz, Dankbarkeit, Glück, Stille, Respekt.

Vielen Dank, Giulia! :)