In dieser Serie stellen wir euch unsere poweryoga Lehrer ein bisschen näher vor und lüften das eine oder andere Geheimnis 😉 Wie sind sie zu Yoga gekommen, wie geht es ihnen mit ihrer Disziplin und was ist für sie der Unterschied zwischen persönlicher Yogapraxis und Yoga-Unterricht?

Diesmal haben wir Sabine Wolf auf den Zahn gefühlt, eine unserer lieben Aushilfslehrerinnen bei poweryoga vienna. Viel Spaß dabei! :)

 

wie war deine erste yogastunde? was hast du dir gedacht, wie hast du dich gefühlt?

Meine erste Yogastunde liegt etwa 21 Jahre zurück. Es war ein Kurs der Volkshochschule, den ich mit einer Freundin besucht habe. Ich glaube, es war Hatha Yoga mit vielen meditativen Elementen. Es war ein düsterer Raum ohne Fenster … und ich dachte mir nur, das kann nicht alles sein … da muss es mehr geben. Trotzdem habe ich mich danach gut gefühlt, anders als sonst, anders als nach jeder anderen Art der körperlichen Betätigung … und irgendetwas hatte mich berührt, irgendetwas hatte mich ergriffen.

was hat dich bewogen weiterzumachen?

danach kam eine lange, lange Pause. aber irgendwie musste ich immer wieder an dieses Gefühl denken, dass ich nach meiner ersten Yogastunde empfunden hatte. Etwas Besonderes, das mich nicht mehr losließ und genau das war es, was mich dazu brachte, weiterzumachen. Ein besonderes Gefühl, ein Zustand absoluter Ruhe und doch zugleich etwas, dass mir Kraft und Stärke gab.

du machst ja nun ja schon gut 15 jahre regelmäßig yoga - was hat sich verändert in der zeit? hat yoga auch einen einfluss auf deinen alltag? wenn ja, inwiefern?

Regelmäßig Yoga mache ich etwa seit 15 Jahren. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich erst in den letzten 4 Jahren bei Yoga richtig angekommen, und merke auch jetzt erst, dass es mich verändert hat. Es hat mich ruhiger und gelassener gemacht, einsichtiger und offener. Ich war immer ein eher unausgeglichener Mensch, sehr sprunghaft und es kam mir so vor, als wäre ich immer eine Suchende. Das hat Yoga für mich geändert. Es hat mich wirklich ankommen lassen. Es gehört zu meinem Alltag einfach dazu. Es ist Teil meines Lebens, ein Teil von mir.

als tipp für unsere yogis: wie stellst du es an , wirklich so regelmäßig zu üben? viele würden ja gern öfter yogen, kämpfen aber mit dem zeitmanagement …

…aufwachen, durchatmen und yogen … keine große Sache draus machen, einfach tun. Und so wie alles im Leben wird es ganz schnell eine Gewohnheit, ohne die es nicht mehr geht :)

Und für die Studiostunden würde ich sagen: einfach alle Stunden im Kalender notieren, immer alles mithaben und wann immer Zeit bleibt zur Yogastunde gehen … keinen Termin daraus machen, sondern eine besondere Zeit, die nur einem selbst gehört und wo alles andere warten kann. Es sind immer nur 90 Minuten und was ist das schon, gesehen auf ein ganzes Leben …

mittlerweile bist du ja auch schon selber yogalehrerin und hältst regelmäßig stunden - wo laufen da die eigene praxis und das selber unterrichten für dich zusammen? gibt es schnittpunkte oder siehst das als zwei komplett getrennte bereiche?

eigene Praxis ist ein nie endendes Lernen, immer wieder etwas Neues entdecken, immer wieder Grenzen überschreiten und das ist das unterichten auch … jede Stunde lehrt mich etwas Neues, bringt mich weiter, aber lässt mich auch manchmal an eine Grenze stoßen.

was ist deine kernbotschaft an deine schülerInnen? mit was sollen sie jedenfalls am ende der stunde hinausgehen?

Ehrlich gesagt, habe ich für meine Schüler keine Kernbotschaft, denn ich glaube, dass jeder Mensch die Kernbotschaft für sein individuelles Dasein und sein eigenes Leben in sich trägt. Ich möchte dazu beitragen, achtsam und aufmerksam für diese Botschaft zu werden und diese für sich selbst zu finden. Wenn die Menschen aus meiner Stunde rausgehen und sagen können, ja ich habe mich gespürt, ich habe vieles in mir gefunden und ich fühle mich nun ganz und wieder mehr Ich, dann bin ich zufrieden.

und abschließend: wenn du yoga für dich beschreiben würdet- was wären die 6 worte die für dich zutreffend wären?

Kraft, ankommen, spüren, leben, lernen, dankbar

 

Vielen Dank, Sabine! :)