In dieser Serie stellen wir euch unsere poweryoga Lehrer ein bisschen näher vor und lüften das eine oder andere Geheimnis 😉 Wie sind sie zu Yoga gekommen, wie geht es ihnen mit ihrer Disziplin und was ist für sie der Unterschied zwischen persönlicher Yogapraxis und Yoga-Unterricht?

Diesmal fühlen wir Manuela Ukowitz auf den zahn. Viel Spaß dabei! 🙂

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wie war deine erste yogastunde? was hast du dir gedacht, wie hast du dich gefühlt?

Total spannend. Ich fand es unglaublich mit welcher Leichtigkeit die Lehrerin Positionen vorzeigte, dazu noch in einer Ausführung, die ich anatomisch als unerreichbar empfand.  Dann kam noch der Kommentar: „Der herabschauende Hund ist eigentlich eine Zwischenentspannung“. Ächzend dachte ich: „Das gibt’s doch alles nicht“, aber ich sah, dass es für die Lehrerin so war, also wusste ich, dass ich vielleicht auch dorthin kommen könnte. Ich hatte das Gefühl, dass ich am richtigen Ort angekommen bin.

was hat dich bewogen weiterzumachen?

Der leistungsfreie Zugang und das Gefühl, das ich nach der Stunde hatte. Die Formulierung „wenn du dich bereit fühlst, dann komm in die Position xy“ hat bei mir viel ausgelöst. Ich hatte – zum ersten Mal bei „sportlicher Aktivität“ – den Raum mir diese Frage zu stellen und auch zu sagen: „Nein, ich bin nicht bereit und lasse diese Übung aus“. Obwohl ich schwitzend und ächzend während der Stunde schnell an meine Grenzen stieß, fühlte ich mich nach der Stunde ausgeglichen, stark und leicht, irgendwie frei. Deshalb bin ich wieder und wieder hingegangen, und jedes Mal ging’s um ein Stück leichter. Außerdem wollte ich wissen, ob der herabschauende Hund irgendwann wirklich eine Entspannungshaltung ist. Jetzt ist er es wirklich.

du machst ja nun schon gute 10 jahre regelmäßig yoga – was hat sich verändert in der zeit? hat yoga auch einen einfluss auf deinen alltag? wenn ja, inwiefern?

Anfangs sah ich Yoga als leistungsfreien Sport, mit der Zeit ist immer mehr geistige Ausrichtung dazugekommen. Ich bin durch Yoga gelassener geworden, nach den Einheiten habe ich immer das Gefühl, dass meine Welt wieder geordnet ist. Außerdem habe ich mehr Selbstvertraue, was meinen Körper betrifft. Früher dachte ich immer gleich, dass ich etwas nicht kann, war sehr ängstlich etwas Herausforderndes auszuprobieren. Seit der YogalehrerInnenausbildung, bei der auch viel über geistige Arbeit gelehrt wird, hat sich mein Alltag dahingehend verändert, dass ich viel selbstreflektierter, mutiger und offener für Neues bin.

als tipp für unsere yogis: wie stellst du es an, wirklich so regelmäßig zu üben? viele würden ja gern öfter yogen, kämpfen aber mit dem zeitmanagement … manu-4374 cut

Regelmäßig heißt, dabei zu bleiben, auch wenn es nicht täglich ist. Das bedeutet für mich vom „müssen“ zum „dürfen“ zu kommen. Ich darf mir Zeit für mich selbst nehmen; wenn ich will, auch täglich. Ein selbst auferlegter Zeitplan (z.B. jeden Tag um 7 Uhr 108 Sonnengrüße praktizieren) lässt innerlich bei mir alles auf Blockade schalten. Dann wird es zum Leistungsdruck, der, wenn er nicht erfüllt wird, zum schlechten Gewissen wird. Beides ist unbrauchbar auf dem Yogaweg. Eine Inspiration nach Lessing „Kein Mensch muss müssen“.

mittlerweile bist du ja auch schon selber yogalehrerin und hältst regelmäßig stunden – wo laufen da die eigene praxis und das unterrichten für dich zusammen? gibt es schnittpunkte oder siehst das als zwei komplett getrennte bereiche?

Für mich sind es getrennte Bereiche. Beim Unterrichten gebe ich etwas, in der eigenen Praxis nehme ich etwas. Jedoch hilft mir die Regelmäßigkeit des Unterrichtens auch eine Regelmäßigkeit in meine eigene Praxis zu bringen.

was ist deine kernbotschaft an deine schülerInnen? Womit sollen sie jedenfalls am ende der stunde hinausgehen?

Heute habe ich meinem Körper und meiner Seele eine Auszeit gegeben, meine Grenzen respektiert und gespürt wie es mir geht.

und abschließend: wenn du yoga für dich beschreiben würdest- was wären die 6 worte die für dich zutreffend wären?

Freiheit, Freude, Entwicklung, Selbst-Bewusstsein, Kontrolle und Hingabe

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Vielen Dank, liebe Manu! 🙂