Story Insomnia Barbara 2022-03-01T11:33:49+01:00

Später, als Teenagerin, hatte ich meine erste ausgewachsene Schlafstörung mit Wochen, in denen ich oft nur 10 Stunden schlief…Das war auch die erste Zeit in der ich erstmals anfing nach Lösungen zu suchen: Arztbesuche, Umstellen des Bettes, Auspendeln der Wohnung, diverse Tees und Baldrian-Varianten wurden ausprobiert. Manches davon hat für einige Zeit geholfen, das Meiste nicht.

Schon damals begann ich mich zu fragen, woran das liegen kann. Das Umstellen des Bettes half für ca. 6 Monate und danach ging es wieder von vorne los. Warum?  Die Erkenntnis: Es kann also nicht der Schlafplatz sein, es steckt was anderes dahinter. Antworten zu finden war schwer-es gab weder Internet noch spezifische ExpertInnen. 

Die 3 Phasen der Schlafstörung

Über die Jahre und der zunehmenden Belastung im Alltag wurde es nicht besser. Die Abstände zwischen den „besseren“ Schlafphasen verkürzten sich. Ich erkannte – es läuft in Phasen. Diese sind 1. katastrophal: ich kann defakto gar nicht mehr schlafen, 2. mies: ich kann 2-4h schlafen, 3: besser: ich kann wieder ruhiger schlafen, teilweise sogar durchschlafen und habe mehr Energie. Eine vierte Phase: die „YAY ich kann gut und sicher ohne Sorge, wann es wieder losgeht schlafen“ Phase kannte ich damals noch nicht.

Diese 3. Phase, die „Besser-Phase“ war mein Rettungsanker. Sie war zumeist am Wochenende.

Doch was-wenn die „Besser-Phase“ Phase am Wochenende aussetzt?

Ich erinner mich an eine Situation: Nacht von Freitag auf Samstag. Große Hoffnung, endlich Wochenende, ich erhol mich hoffentlich. Um 10 abends erschöpft ins Bett – um zwei in der früh war ich immer noch wach. Mein Herz raste, die Anspannung stieg: „Ich muss schlafen, es ist Wochenende….“ . Ich wurde wütend: “ Warum kann ich nicht schlafen-das gibts doch nicht.“ Ich begann zu zweifeln: „Was stimmt nicht mit mir…?“ In meinem Kopf rasten die Gedanken, ich  wälzte mich hin- und her. Fühlte mich hilflos, allein und konnte nicht raus aus meiner Haut. Ich schleppte mich ins Bad um meinen Partner nicht aufzuwecken und brach dort weinend zusammen. Ich krümmte mich am Boden, weinte und schrie innerlich um Hilfe. Bis mein Freund kam. Ohne Worte, mich aufklaubte, auf seinen Armen ins Bett trug und mich streichelte bis ich mich beruhigt hatte. Am nächsten Tag begann ich mich nach einer/m Psycho-TherapeutIn umzuschauen und begann bald darauf meine erste Psychotherapie.

Schlafstörungen werden immer noch „klein“ gemacht

„Warum legst du dich nicht einfach hin und schläfst?“, “ Mach nicht so ein Ding draus- das ist doch das Normalste von der Welt…“, „Du machst es dir aber gern schwer, gell?“, „Schlaf dich halt am Wochenende aus.“, „Ist doch nicht so schlimm, wenn man mal müde ist…“ . Diese Sätze, sicher „gut gemeint“ ( das Gegenteil von gut ;-)) haben mich glauben lassen, es stimmt was nicht mit mir. Erst in der Therapie erkannt ich, dass das nicht der Fall ist. Es gab einfach eine Disharmonie zwischen dem was ich lebe – die brave verlässliche Angestellte im Büro- und dem was mein Herz will – frei leben und tun was mir Freude macht . Meine erste große spirituelle Erkenntnis – es gibt da noch mehr für dich! 

Die Therapie hat mir sehr viel gebracht und streckenweise auch meinen Schlaf verbessert, weil der „Druck“ etwas abgefallen ist – die ultimative Lösung war sie auch nicht. In der Zeit der Therapie rutschte ich ins Burnout aufgrund des Schlafmangels, verlor meinen Job und bekam schlaffördernde Antidepressiva. Ich meldete mich aber auch, dank der Ermutigung meiner Therapeutin, zu meiner ersten Yogaausbildung an. 

Meine Schlafstörung hat sich ganz gut etabliert

Fast forward 10 Jahre: Irgendwie ist es super gelaufen – ich habe mein Yoga-Studio in Wien etabliert, Kredit vor Ablauf zurückgezahlt, konnte meine Mitarbeiter immer bezahlen und auch den Vermieter und es blieb mir sogar, manchmal gar nicht so wenig, selber was fürs Leben über. Meine Schlafstörung hat sich ganz gut integriert ( achtung: ich werde ironisch) – hatte ich fordernde Tage vor mir zB die Wochenenden der Yogaausbildung – dann schluckte ich einfach die doppelte Dosis an Schlafmittel, waren die Tage ruhiger reichte mir die „normale“ Dosis.  Ich konnte zwar deswegen auch großteils nicht schlafen, aber manchmal halfen sie auch- also alles gut. Wissen tat das niemand. Das war mein Geheimnis, es war mir peinlich. Die erfolgreiche Yogalehrerin und Unternehmerin – hier läuft alles.

Was niemand wußte: Mein Leben wurde von der Schlafstörung dominiert

Keine Termine am Vormittag um in der Nacht keinen „Schlafdruck“ zu haben. Untertags die ständige unglaubliche Müdigkeit die mich davon abhielt ganz aus meinem Potential zu schöpfen und Abends die Angst davor ins Bett zu gehen und wieder nicht schlafen zu können. Der Gemütszustand war geprägt von Verzweiflung, Erschöpfung, Aggression, Wut, Angst. Es drehte sich ALLES um das Schlafen und öfter dachte ich mir, wenn ich diese unglaubliche Energie, die ich in das Thema Schlafen investiere für anderes zur Verfügung hätte, wäre ich Superwoman. Aber es gelang mir einfach nicht, diesen Dreh zu schaffen und ich war kurz davor aufzugeben und mich einfach damit abzufinden, dass ich halt nicht schlafen kann. Ich fühlte mich hoffnungslos und klein .

Aber:

Irgendwann war es mir einfach zu blöd!

Ich dachte mir: „Wenn mich meine Gedanken davon abhalten können zu schlafen, dann können sie ja auch das Gegenteil.“  Ich hatte keine Lust mehr das Opfer zu spielen, herumzueiern und mein ganzes Leben zu verpassen. Ich wusste von meiner Yogapraxis, dass ich alles schaffen kann, was ich will und, dass ich stärker bin als ich glaube und begann mich sukzessive aus der Perspektive der Gewinnerin statt der Loserin zu betrachten und schaute meiner Schlafstörung erstmals ins Gesicht. Das Blatt begann sich langsam zu wenden.

Darüber zu reden hilft

Nun zu Tag 0 meines neuen Lebens : Forrest Yoga Ausbildung in Berlin 2017 . Fragestunde. Ich war verzweifelt weil ich das ganze Training über kaum geschlafen hatte ( Schlafmittel intake on peak!) und fragte Ana Forrest ob sie denn eine Lösung für Insomnia hatte. Sie verneinte und antwortete, dass sie darüber nicht reden könne, weil sie selber daran leidet und keinen Weg heraus gefunden hat. 

Und ab dieser einen Frage, diesem einen Moment des „Sich-Öffnens“ , gingen die Tore auf, die Schutzhülle ist abgefallen. Es kamen einige Yogis in der Ausbildung auf mich zu und sagten, sie können auch nicht schlafen. Manche auch schon lange und manche auch mit Schlafmittel. Ich war also nicht allein damit. 

Das setzte den Anstoß für mich dieses Thema endgültig zu lösen. Ich glaubte auf einmal mit aller Überzeugung daran, dass es eine Lösung gibt, dass diese im Yoga zu finden ist mit all den Techniken und Methoden die genau darauf ausgerichtet sind, tief zu entspannen.

Die nächste spirituelle Erkenntnis

folgte auf den Fuß. Ich war wieder in einem Zweispalt gelandet zwischen dem wie ich glaubte sein und leben zu müssen – die erfolgreiche Unternehmerin und happy Yogi ohne Sorgen und Probleme – und dem was ich wollte – frei leben und tun was mir Freude macht. Ich erkannte, dass Unternehmerin mit Yogastudio eine Falle meines Egos war. Ich den ganzen Aufgaben so eines Unternehmens allein nicht gewachsen bin und mein Potential und Glück woanders liegt – im Arbeiten direkt an und mit den Menschen. Der Prozess diese Erkenntnis in aller Konsequenz umzusetzen dauerte noch 2 Jahre und schlussendlich verkaufte ich das Yogastudio und liess damit viele Rollen, die die Gesellschaft schätzt, los. Ich war auf einmal wieder nur noch eine Yogalehrerin und es fühlte sich herrlich an. 

Die Lotusblume wächst aus dem Schlamm

In der Zeit nach dem Verkauf des Studios fühlte ich etwas ganz Neues: mein Nervensystem begann sich zu beruhigen! Ich konnte freier und tiefer atmen, erlebte eine ungekannte innere Ruhe und eine Art Urvertrauen. Ich begann wie von alleine zu meditieren und auf einmal schlief ich wie nie zuvor. Nicht wie ein Baby, 8 Stunden tief und fest, sondern wie es für mich passt. Mal mehr, mal weniger, aber ohne Kreislauf aus Erschöpfung-Angst vor der Nacht- nicht schlafen können aus Angst – noch erschöpfter und ängstlicher etc… Einach erholsam. 

Wie ist das möglich?

Ich begann mich zu beobachten, und es fühlte sich an als würde ich mich aus dem Schlamm erheben. Wie die Lotusblume. Der Schlamm, also all die Ereignisse sind die Nahrung, der Boden, aus dem meine Erkenntnisse nun wachsen. Ich beobachtete weiter, las mehr über Yoga, über den Schlaf, über die Wissenschaft zum Schlaf und wie das alles zusammenhängt. 

Ich erkannte, dass ich seit dem Verkauf des Yogastudios viele Dinge tat, für die mir damals die Zeit, oder besser, der Nerv fehlte. Ich praktizierte abends sanftes Yoga statt Netflix, meditierte täglich, achtete unter Tags genau darauf was mir gut tut und was nicht, baute Ruhephasen im Tag ein, zeigte mich mehr und mehr wie ich bin statt wie ich glaubte sein zu müssen, beschäftigte mich mit radikaler Ehrlichkeit, arbeitete daran, alle Rollen die mich aufwühlen loszulassen und mich mehr in dieses Grundvertrauen fallen zu lassen, das ich auf einmal im Hintergrund wahrnahm.

Ich erkannte, wie all das schon im Yoga geschrieben steht, wie es immer vor meiner Nase war, aber ich es nicht sehen wollte. Ich integrierte meine Erfahrung, meine Praxis , all das was ich probiert habe und was gewirkt hat in den Kontext des Yoga, und sah, dass es alles eins war und es machte auf einmal Sinn warum ich schlafen kann. 

Heute weiss ich…

…dass Schlafstörungen eine körperliche, energetische, mentale, emotionale und spirituelle Komponente haben. Nicht jeweils eine davon, sondern alle 5 zusammen: Um eine Schlafstörung, egal ob kurz oder lang zu lösen, ist es essentiell auf all den 5 Ebenen vorzugehen. Nachdem das selten bis nie passiert, blieben viele Versuche besser zu schlafen erfolglos. Und nein, es ist dafür nicht notwendig, alles hinter sich zu lassen Oft ist auch gar nicht möglich. Es braucht vielmehr ein sanftes Hinschauen und gezieltes Vorgehen.

Phase 4 wohooo! Wird das nun immer so bleiben?

Ganz ehrlich- ich weiss es nicht. Ich weiss, dass ich seit zwei Jahren, die längste Zeit an die ich mich erinnern kann, prinzipiell erholsam schlafe. Prinzipiell, weil ich trotzdem auch noch Nächte habe, wo das nicht so ist. Kann am Kaffee liegen, den ich zu spät noch getrunken habe, oder weil ich irgendwo wieder gegen meine Gefühl handle, oder einfach daran, dass mein Nervensystem all die Aufregung noch immer nicht voll verdaut hat. Und das ist ok- ich bin nämlich keine Maschine die man ein- und ausschalten kann wie man sie braucht. Es gibt noch viele Vorgänge in mir, die mir nicht bewusst sind und die meinen Schlaf trüben können. 

Ich habe aber diesen Stress nicht mehr. Ich lege mich vertrauensvoll ins Bett, freue mich auf die Nacht und wache erholsam auf. Ich mache mir keine Sorgen mehr ob ich schlafen können werde oder nicht und wie ich morgen meinen Tag strukturiere um über die Runden zu kommen.

Und eines weiss ich – so soll es sein, so ist es gedacht für uns Menschen und die Methode die ich daraus entwickelt habe, wirkt.

Und das ist auch für dich möglich!

Nun bist du daran! Bist du bereit wieder erholsam zu schlafen? 

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